Glücksgarantie Meditation? Was Achtsamkeit & Co. wirklich können

Meditation ist ein Weg, um sich rundum lebendig zu fühlen und gleichzeitig in sich selbst zu ruhen.

Dies geschieht, indem wir unseren Blick auf die Realität schärfen sowie Denk- und Verhaltensweisen üben, die uns das Leben leichter machen. Glück ist dabei ein schöner Nebeneffekt.

Warum sehnen wir uns so sehr nach Glück?

Leid und Glück, Liebe und Hass, Freude und Trauer – diese gegensätzlichen Gefühle gehören zum Leben. Allerdings liegt es in unserer Natur, unangenehme Erfahrungen vermeiden zu wollen. Denn diese werten wir – wenn auch meist unbewusst – als Zeichen für Gefahr.

Um uns selbst zu beruhigen neigen wir dazu, uns von schmerzlichen Empfindungen abzulenken oder sie erst gar nicht zu zulassen. Denn erst wenn wir glücklich sind, fühlen wir uns wohl und sicher.

Allerdings ändert dies nichts daran, dass das Leben eben auch schwierig ist.

Wie kann uns Meditation dabei helfen, mit unangenehmen Erfahrungen umzugehen?

Sie unterstützt uns dabei, die Situationen unseres Lebens klarer zu sehen und zu erkennen, was da gerade wirklich los ist. Mit dieser Einsicht können wir klügere Entscheidungen treffen, die wir später weniger anzweifeln.

Wenn wir achtsam sind, fühlen wir uns den Gegebenheiten nicht so stark ausgeliefert und erleben mehr Ruhe in der Abfolge der Momente.

Meditation hilft uns also dabei, nicht mehr ganz so unglücklich zu sein?

Stimmt. Aber nicht nur. Denn gleichzeitig unterstützt sie uns auch dabei, schöne Momente bewusster und intensiver wahrzunehmen.

Leider haben nur wenige das Talent zum Glücklich-Sein. Die meisten vergiften sich freudige und neutrale Momente durch Zweifel, überhöhte Ansprüche und Angst, das Schöne wieder zu verlieren. Hierbei können die Dankbarkeits-, Mitgefühls- und Mitfreude-Praxis einen positiven Einfluss haben.

Wie muss ich mir das vorstellen?

Diese Meditationen geben uns einen Rahmen, um neue Denk- und Verhaltensweisen zu üben. Somit können wir lernen, zusätzliches und völlig unnötiges Leid zu vermindern. Konkret trainieren wir, zufriedener mit unseren Entscheidungen zu sein und uns selbst weniger dafür zu verurteilen, dass wir nicht perfekt/glücklich/liebenswert/hübsch/klug/geschickt/schlank … genug sind.

Regelmäßige Praxis kann sogar dazu führen, dass unsere Grundstimmung insgesamt besser wird. Zudem gibt sie uns die Werkzeuge an die Hand, mit denen wir Zufriedenheit und Freude leichter spüren und sogar aus uns selbst heraus entstehen lassen können.

Kann Meditation auch unglücklich machen?

Wer erwartet, dass nach ein paar Wochen sporadischen Trainings, Wohlgefühl, Entspannung und Leistungsfähigkeit dauerhaft steigen, wird enttäuscht werden. Denn beim Meditieren geht es darum zu lernen, los- und sich auf das echte Leben einzulassen. Und zwar immer und immer wieder.

Gerade die Praxis der Dankbarkeit soll das Leben besonders bereichern. Stimmt das?

Dankbarkeit ist eine wundervolle Übung, um Zugang zu angenehmen Gefühlen zu bekommen.

Viele erwarten allerdings, dass sie irgendwann für (fast) alles im Leben dankbar sein können – auch für sehr schwierige Erfahrungen. Das widerspricht aber dem Grundprinzip der Dankbarkeitspraxis, die Wahrnehmung des Positiven zu schulen.

Wenn du unter chronische Schmerzen leidest, kannst du versuchen dafür dankbar zu sein, wenn du trotzdem eine Nacht durchgeschlafen hast oder wenn du es schaffst, nicht ungeduldig mit dir selbst zu werden, wenn du wegen der Schmerzen am liebsten aus der Haut fahren würdest. Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich, dass man sich damit leichte Momente in einer schweren Zeit schenken kann.

Es sind die kleinen Schritte, die den Unterschied machen – insbesondere, die Bereitschaft, sich immer wieder neu darauf einzulassen und zu akzeptieren, dass man auch mal nicht dankbar sein kann.

Letztendlich geht es bei Achtsamkeit & Co. darum, sich selbst immer wieder aufs Neue bewusst zu erfahren:

  • Wie ist meine Stimmung?
  • Was nehme ich wahr?
  • Was löst es bei mir aus?
  • Wie gehe ich damit um?

Auf jeder dieser Ebenen kannst du durch verschiedene Meditationstechniken mehr Ruhe, Zufriedenheit und Gleichmut erlangen.

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